ARIS und EPFL-Team bauen erneut Raketen für Wettbewerb in Portugal

Dübendorf ZH/Lausanne – Zwei Schweizer Teams nehmen an der siebten Auflage der European Rocketry Challenge für studentische Raketenprojekte in Portugal teil: ARIS aus Dübendorf und das EPFL Rocket Team aus Lausanne. Die Raketen der 25 Teams aus ganz Europa werden vom 15. bis 21. Oktober gestartet.

 

(CONNECT) Die Akademische Raumfahrt Initiative Schweiz (ARIS) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und das EPFL Rocket Team der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne gehen bei der siebten Ausgabe des Raketenwettbewerbs für europäische Hochschulteams an den Start. Die European Rocketry Challenge (EuRoC) findet vom 15. bis 21. Oktober an zwei Orten in der portugiesischen Region Lentejo statt: in Constância auf einem Gelände für den Raketenbau, wo sich die Teams austauschen und ihre Projekte verfeinern, und auf dem 9 Kilometer entfernten Santa Margarida Militär-Camp mit seiner Raketenstartanlage.

Bewertet werden unter anderem die beste technische Leistung, die beste Spektralsignatur und in den beiden Kategorien für die angepeilte Flughöhe, drei und neun Kilometer, sowie in verschiedenen Triebwerkskategorien. Ausserdem werden Spezialpreise vergeben, wie etwa im vergangenen Jahr der Payload Award der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).

Insgesamt hatten sich für die EuRoC 2026 laut einer Mitteilung der veranstaltenden Portugiesischen Weltraumagentur 61 studentische Teams beworben. 25 davon wählte die Jury mit Blick auf deren technische Reife aus. Drei der portugiesischen Bewerbungen schafften es in den Wettbewerb: RED aus Lissabon, North Space aus Porto mit Studierenden mehrerer portugiesischer Universitäten und die Projektgruppe MAST von der nordportugiesischen Universität Minho. MAST ist eines von von fünf Nachwuchsteams im Teilnehmerfeld.

ARIS bringt sein Raketenprojekt ASTERIA an den Start. Mit dessen Zweikomponenten-Flüssigkeitsantrieb will ARIS als erstes Schweizer Studierendenteam beim EuRoC 2026 eine Zweikomponenten-Rakete auf 9 Kilometer Höhe fliegen. Laut einem Projektbericht des Teams verkörpert ASTERIA „eine Vision für die Zukunft der studentischen Luft- und Raumfahrttechnik in der Schweiz“. Bei ARIS sind auch Studierende von Universität Zürich (UZH), Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Hochschule Luzern (HSLU) und Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) engagiert.

Auch das EPFL Rocket Team fliegt mit einer kryogenen Zweikomponenten-Flüssigkeitsrakete, der Firehorn 2. Das Projekt zielt auf einen Start in der Kategorie Flüssigtreibstoff 3 km. Im kommenden Jahr soll ein Flug in 9 Kilometer Höhe folgen. Die Architektur ist den Angaben zufolge für 30 Kilometer ausgelegt. Das Team hatte 2021 die zweite Ausgabe der EuRoC auch wegen des erfolgreichen Landemanövers gewonnen und im vergangenen Jahr die Kategorie Feststofftriebwerk 9 km.

„Die diesjährigen Bewerbungen waren durchweg technisch beeindruckend“, wird Marta Gonçalves, die Leiterin der Bildungs- und Wissenschaftsprogramme bei der portugiesischen Raumfahrtagentur, zitiert. „Immer mehr Teams entwickeln ihre eigenen Flüssigkeits- und Hybridantriebe, anstatt auf kommerzielle Feststoffantriebe zurückzugreifen. Diese Entwicklung zeigt, wie weit dieses Ökosystem fortgeschritten ist – und machte die Auswahl wirklich schwierig.“

Die meisten Teilnehmenden stellt Deutschland mit vier Teams aus Stuttgart, München, Aachen und Darmstadt. Wie aus Portugal sind auch aus Spanien drei Projekte vertreten, die in Sevilla, Madrid und Terrassa ansässig sind. Griechenland repräsentieren zwei studentische Gruppen aus Thessaloniki und Athen. Ebenfalls je zwei Teams reisen aus Polen (Breslau, Warschau) und Italien (Mailand, Pisa) an. Zudem sind Teams aus Österreich (Graz), Belgien (Gent), Ungarn (Budapest), Irland (Cork), Grossbritannien (London) und Malta im Wettbewerb. ce/mm

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