Empa-Forschende warnen vor Ewigkeitschemikalien auf Skipisten

Dübendorf ZH – Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) warnt vor sogenannten Ewigkeitschemikalien auf Schweizer Skipisten und Loipen. Als Verursacher gilt altes Skiwachs, das trotz Verboten immer noch häufig verwendet werde.

(CONNECT) Forschende des Analytical Center an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben Schweizer Skipisten und Loipen auf das Vorkommen von per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) untersucht. Laut einer Mitteilung basiert die Studie zu den sogenannten Ewigkeitschemikalien auf Schneeproben beim Engadin Skimarathon im März 2025. Vermutet wird, dass PFAS über Skiwachs älteren Datums in den Schnee gelangt.

Dieses werde insbesondere von Hobbylangläufern eingesetzt, weil ihnen ein solcher Wachsblock über mehrere Jahre ausreicht. Skifahrerinnen und Skifahrer, die regelmässig unterwegs sind, verbrauchten ihren Bestand schneller und griffen beim Nachkaufen häufiger auf aktuellere, fluorfreie Varianten zurück.

Ausgewertet wurden Schneeproben wenige Stunden nach dem Start der Läufer aus den entstandenen Fahrspuren direkt bei der Startlinie, Proben rund zwei Kilometer nach dem Start und eine Nullprobe fernab der Loipe. Die höchste Belastung mit PFAS sei an der Startlinie gemessen worden, wo die Läufer mit frisch gewachsten Ski starteten. Nach zwei Kilometern habe die Konzentration mit PFAS im Schnee abgenommen, „da die Ski ihre fluorhaltige Wachsbeschichtung durch den Abrieb rasch verlieren“. Dennoch waren die Konzentrationen auch dort messbar erhöht, heisst es.

Noch immer sei zu viel PFAS-haltiges Material im Einsatz, trotz eines Verbots durch den Internationalen Skiverband FIS. Dort wurde per Saison 2023/2024 das Verwenden fluorhaltiger Skiwachse bei sämtlichen FIS-Rennen, zu denen auch der Engadin Skimarathon zählt, als Disqualifikationsgrund aufgenommen.

Markus Zennegg, Leiter des Analytical Center, rät Pistensportlern zu einem Umstieg auf entsprechend gekennzeichnete Skiwachse ohne Fluor-Kohlenstoff-Bindungen. Fluorhaltige Substanzen im Wachs machen Ski gleitfähiger und der Skifahrer gelangt damit schneller ans Ziel. Nach Aussage von Empa-Forscher Stefan Reimann aus dem Labor für Luftfremdstoffe und Umwelttechnik mache es „keinen Sinn, dermassen stabile Stoffe für ein paar Minuten Vorsprung in die Umwelt gelangen zu lassen“.

Am 25. November 2025 veranstaltet die Empa zusammen mit dem Wasserforschungsinstitut Eawag und dem Ökotoxzentrum von 17 bis 18.15 Uhr die Online-Veranstaltung wissen2go zum Thema PFAS. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich. ce/heg

Vollständigen Beitrag ansehen