Dübendorf ZH – Goncalo Catarina, Forscher der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), arbeitet an einem mathematischen Modell für neuartige Quantenmaterialen, Nanographen. Für die theoretische Erforschung dieser Quantenmoleküle erhält der aus Portugal stammende Nachwuchs-Wissenschaftler ein zweijähriges Empa Young Scientist Fellowship.
(CONNECT) Goncalo Catarina, Forscher an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf, arbeitet an einem Computermodell zum besseren Verständnis von zweidimensionalem Nanographen. Alle bisherigen Modelle des neuartigen Quantenmaterials stossen, so eine Mitteilung der Empa, an ihre Grenzen. Für dieses Projekt erhält der Wissenschaftler das Empa Young Scientist Fellowship, eine Förderung für aussergewöhnlich begabte Nachwuchsforschende.
Bei Nanographen-Molekülen handelt es sich um eine zweidimensionale Struktur von Kohlenstoff-Molekülen mit einer hexagonalen Anordnung, das heisst sechs Kohlenstoffatome bilden jeweils einen Ring. Diese regelmässig flach nebeneinander angeordnete Wabenstruktur, bestehend aus reinem Kohlenstoff, besitzt ganz besondere Eigenschaften. Ihr spezielles Verhalten lässt sich nicht mehr mit der klassischen Physik beschreiben, die Moleküle zeigen sogenannte quantenmechanische Phänomene. Ihr Einsatzgebiet könnte in zukünftigen elektronischen Komponenten wie Sensoren, Kommunikationstechnologien oder Bauteilen für Quantencomputer liegen.
„Standard-Modelle, mit denen die meisten Materialien berechnet werden können, funktionieren für solche Quantenmaterialien nicht“, wird Goncalo Catarina in der Mitteilung zitiert. Aufgrund der grundsätzlich anderen Eigenschaften des Nanographens lassen sich konventionelle Rechenmethoden hier nicht anwenden. Ziel seiner Arbeit ist es, Modelle zu entwickeln, die spezifisch für Nanographen gelten. Dafür will er sogenannte ab initio-Rechnungen nutzen. Diese Methode berechnet molekulare Eigenschaften direkt aus der Schrödinger-Gleichung und verzichtet damit auf empirische Ansätze. „Ein funktionierendes theoretisches Modell, das auch Vorhersagen treffen kann, könnte den Weg zu konkreten Anwendungen für die Nanographene ebnen,“ ergänzt Catarina sein Vorhaben
Das Projekt trägt den Namen CarboQuant, es wird mit Unterstützung der Werner Siemens-Stiftung sowie des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) durchgeführt. ce/eb
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