ETH-Forschende schalten Schutzmechanismus von Tumorzellen aus

Zürich – Krebszellen können sich der Wirkung von Therapien durch eine Art Schlafzustand entziehen. Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben ein Verfahren entwickelt, sie aufzuwecken, ohne das umliegende gesunde Gewebe zu beeinträchtigen.

(CONNECT) Forschende der ETH haben einen lichtgesteuerten molekularen Schalter entwickelt, der Lungenkrebszellen aus einem schützenden Ruhezustand weckt. Stresshormone können Tumorzellen über in jeder Körperzelle vorhandene Glukokortikoid-Rezeptoren in ein Art Schlafzustand versetzen, erläutert die ETH in einer Mitteilung. Damit Therapien die Krebszellen angreifen können, müssen diese jedoch aktiv sein.

Für ihren Ansatz nutzten die Forschenden Licht und eine Art körpereigenes Recycling-System. Letzteres markiert defekte Eiweisse, die von der Zelle daraufhin zerstückelt werden. Hier wurden die Glukokortikoid-Rezeptoren der Tumorzellen markiert. Das Licht wurde genutzt, um zu verhindern, dass auch die Rezeptoren des umliegenden gesunden Gewebes in Mitleidenschaft gezogen werden.

Konkret haben die Forschenden einen dreiteiligen Schalter entwickelt. Er besteht aus zwei an den Rezeptor beziehungsweise an das markierende Enzym bindende Untereinheiten zwischen denen ein flexibles Verbindungsstück liegt. Ist dieses Verbindungsstück gerade, kann das Enzym den Rezeptor für die Zerstörung markieren. Wird es durch Bestrahlung mit Licht einer bestimmten Wellenlänge geknickt, erreicht das Enzym den Rezeptor nicht.

In Laborkulturen von Lungenkrebszellen haben die Forschenden mit ihrer Methode die Rezeptoren der Tumorzellen ausschalten und die Zellen damit aus dem Ruhezustand holen können. Aus den Tumorzellen in das gesunde Gewebe wandernde Schalter wurden mit Licht gezielt deaktiviert. „So lässt sich die Aktivität strikt auf den Tumorkern begrenzen, wodurch das umliegende Gewebe geschont wird und deutlich weniger Nebenwirkungen auftreten“, wird Forschungsgruppenmitglied Robin Scheuplein in der Mitteilung zitiert. „Die Wirkung ist reversibel und exakt steuerbar.“ ce/hs

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