Nerai Bioscience: Innovationskraft aus der Grundlagenforschung

Um einen skalierbaren Therapieansatz für eine Vielzahl seltener, derzeit unheilbarer genetischer Erkrankungen zu entwickeln, von denen häufig Kinder betroffen sind, wurde Nerai Bioscience als Spin-off der Universität Zürich gegründet.

Die «Genschere», wie die CRISPR/Cas-Methode umgangssprachlich genannt wird, ist ein grosser Hoffnungsträger in der Medizin, unter anderem bei der Behandlung von seltenen Erbkrankheiten. Doch die Möglichkeiten dieses Verfahrens sind heute noch begrenzt – unter anderem, weil es nicht auf sämtliche DNA-Sequenzen zugreifen kann. Dieses Manko möchte das UZH-Spin-off Nerai Bioscience AG in absehbarer Zukunft beseitigen.

Das junge Unternehmen entstand, wie CEO Vincent Forster formuliert, «aus dem glücklichen Zusammentreffen» von Knowhow aus drei modernen Disziplinen, das die Spezialisten aus dem Labor von Gerald Schwank, UZH-Professor am Institut für Pharmakologie und Toxikologie, mitbrachten: Zum einen die «gerichtete» Evolution des sogenannten «CRISPR»-Editors mit hohem Durchsatz für eine massgeschneiderte Gentherapie, zum zweiten maschinelles Lernen und KI, um Editoren weiter zu verbessern. Und drittens Technologien, mit denen sie gleichzeitig für mehrere Krankheiten getestet werden können. Die Editoren von Nerai sind laut Foster nämlich so konzipiert, dass sie für mehrere Erkrankungen verwendbar sind – eine Strategie, die individuelle Therapien dereinst leichter zugänglicher machen könnte.

Aktuell ist das Spin-off auf dem Weg, die präklinische Entwicklung voranzutreiben und Startkapital zu sammeln, um seine gentherapeutische Plattform in Richtung medizinischer Umsetzung voranzutreiben. Die Vielzahl seltener und noch unheilbarer Erbkrankheiten, die häufig Kinder betreffen, motivieren das Team auf seinem Weg. Forster hofft, dass solche Therapien eines Tages so effizient und zugänglich werden, dass keine Erkrankung mehr als «zu selten, um geheilt zu werden» gilt.

Vollständigen Beitrag ansehen