Instagram statt Jobportal: KMU kämpfen mit Social-Videos um Lernende

In Branchen wie Bau, Gastronomie oder Pflege bleibt jede dritte Stelle unbesetzt. Während Grosskonzerne Millionen in digitales Recruiting investieren, bleibt der lokale KMU-Betrieb oft unsichtbar. vonMedia und Gryps starten eine Initiative, um das zu ändern.

Die klassische Stellenausschreibung im Lokalblatt stirbt aus. Wer heute 14- bis 18-Jährige erreichen will, muss dort präsent sein, wo die Generationen Z und Alpha ihre Zeit verbringen: auf Tiktok oder Instagram. Doch für den Gipserbetrieb oder das lokale Pflegeheim war professionelles Video-Recruiting bisher oft nicht bezahlbar und zu viel Aufwand. Eine Produktion inklusive Werbestrategie kostet am Markt rasch einen fünfstelligen Betrag – ein finanzielles Wagnis, das kleine Betriebe angesichts steigender Kosten scheuen.

Die Kluft zwischen Gross und Klein schliesst sich

Das Ergebnis dieser digitalen Kluft: Während Grossbanken und Versicherungen mit spezialisierten Teams um Talente buhlen, fehlen dem Handwerk und der Gastronomie die Fachkräfte von morgen. Um diesen Trend zu brechen, lancieren die Beschaffungsplattform Gryps und die Agentur vonMedia den «Lehrstellen-Boost».

Der Clou: Die Initiative bündelt die Nachfrage von tausenden KMU. Durch dieses Pooling-Modell werden die Kosten für Recruiting-Videos so weit gesenkt, dass sie auch für Kleinstbetriebe erschwinglich sind. «Wir wandeln die mühsame Suche in aktives Finden um», so die Initianten.

Authentizität schlägt Hochglanz

Dabei geht es nicht um polierte Werbefilme, sondern um den echten Arbeitsalltag. Kurze, authentische Clips sollen den Jugendlichen auf Augenhöhe zeigen, was eine Lehre im Handwerk oder im Gesundheitswesen wirklich bedeutet. Das Ziel ist eine hürdenfreie Kommunikation: Die Bewerbung erfolgt dort, wo die Jugendlichen ohnehin kommunizieren – rein digital und ohne bürokratische Barrieren.

Der «Lehrstellen-Boost» ist damit mehr als nur eine Kampagne. Er ist ein Rettungsschirm für KMU, das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Wenn die Ausbildungskapazitäten im Gewerbe wegbrechen, verschärft sich der Fachkräftemangel in Zukunft noch weiter. Interessierte Betriebe können sich ab sofort dem Pooling-Modell anschliessen, um auf Tiktok oder Instagram sichtbar zu werden.

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