Kenia bietet Chancen für Schweizer Cleantech

Zürich/Nairobi – In Kenia eröffnen sich für die Schweizer Cleantech-Branche interessante Möglichkeiten. Das Land setzt stark auf erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit, wie eine Online-Konferenz von Switzerland Global Enterprise (S-GE) zeigt. S-GE organisiert im Februar eine Reise nach Kenia für Schweizer Unternehmen.

Teilnehmer aus der Schweiz und Kenia haben auf eine Online-Konferenz von S-GE, wie die Schweizer Cleantech-Industrie dem ostafrikanischen Land bei der Umsetzung der Vision 2030 helfen kann. Dieser Regierungsplan sieht unter anderem vor, dass Kenia bis zu diesem Zeitpunkt die Energiewende vollständig umgesetzt hat. Auch die Kreislaufwirtschaft ist in diesem Zusammenhang zu sehen.

Wie Valentin Zellweger, Botschafter der Schweiz in Kenia, Burundi, Ruanda, Somalia und Uganda, in seiner Einführung erklärte, ist dies eine Chance für innovative Lösungen aus dem Schweizer Cleantech-Sektor. Mehr als 70 Schweizer Unternehmen sind bereits in Kenia tätig, das als Tor zum restlichen Afrika gilt.

Vertreter von S-GE, KEPSA (der Dachverband der Kenya Private Sector Alliance) und der Swiss Business Hub Southern Africa nahmen an der Diskussion teil. Darüber hinaus stellten einige in Kenia ansässige Unternehmen ihre Bemühungen und Bedürfnisse im Bereich der Nachhaltigkeit vor: Mr. Green Africa sammelt Plastikabfälle von Privatpersonen und verkauft sie als Rohprodukt an die Industrie zurück. Olivado produziert Avocadoöl im zentralen Hochland und hat eine eigene Biomasseanlage entwickelt und gebaut, um Abfälle zu reduzieren und Energie zu erzeugen. OFGEN bietet innovative Solarlösungen an.

Der CEO von OFGEN, Geoffrey Ronoh, wies darauf hin, wie wünschenswert das Engagement von Schweizer Investoren für den Bau von Produktionsanlagen sei, wodurch teure Importe von Komponenten und Produkten überflüssig würden. Er fügte hinzu, dass Kenia Software benötigt, um Energieverluste zu minimieren und Geld zu sparen, und erklärte, dass der direkte Handel zwischen der Schweiz und Kenia sichergestellt werden muss. Zu diesem Zweck hat Botschafter Zellweger eine Handelsoffensive zwischen den beiden Ländern versprochen. Sie soll bereits im ersten Quartal 2023 beginnen. Ronoh und andere Teilnehmer wiesen zudem auf die Bedeutung des direkten Kontakts mit lokalen Vertretern hin.

Marcel Bruhwiler ist seit 2012 Infrastrukturmanager für das südliche und östliche Afrika bei der International Finance Corporation(IFC) und war zuvor in der Bühler Group in Johannesburg für acht Jahre. Er nannte vor allem drei Schlüsselbereiche für Kenias infrastrukturelles Wachstum: Es braucht "einen Tech-Hub und Tech-Jobs für schnellere Internetverbindungen" sowie öffentlich-private Partnerschaften für Lösungen in den Bereichen Urbanisierung, sauberes Wasser, Abfallwirtschaft und städtische Mobilität. Darüber hinaus könnten Kenias Fortschritte bei den erneuerbaren Energien und der dezentralen Energieversorgung auch positive Auswirkungen auf die Entwicklung anderer afrikanischer Länder haben. Seiner Meinung nach ist die Erschwinglichkeit ein Schlüsselthema: Wer sich in Afrika für Cleantech einsetzt, muss mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten rechnen.

S-GE organisiert im Februar eine Reise für Unternehmensvertreter nach Kenia. Diese kann parallel zu einem offiziellen Besuch von Staatssekretärin Helene Budliger Artieda, Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), in dem ostafrikanischen Land stattfinden.

Vollständigen Beitrag ansehen