Die steigenden administrativen Anforderungen belasten das medizinische Fachpersonal zunehmend. Besonders die Erstellung von Medizinberichten kostet viel Zeit – dabei bietet der Einsatz von Künstlicher Intelligenz grosses Potenzial. Der Bericht erläutert die rechtlichen Grundlagen und gibt konkrete Empfehlungen.

Die steigenden administrativen Anforderungen belasten medizinisches Fachpersonal erheblich. Die Erstellung von Medizinberichten bindet besonders viel Zeit, da Fachpersonal Sprachaufnahmen oft manuell transkribiert oder Berichte teilweise noch handschriftlich verfasst. Künstliche Intelligenz (KI) bietet grosses Potenzial: Moderne Spracherkennungssysteme und Large Language Models (LLMs) können Berichte effizient transkribieren, strukturieren und qualitativ verbessern. Doch der Einsatz KI- gestützter Lösungen wirft zentrale Datenschutzfragen auf – insbesondere im Hinblick auf das Berufsgeheimnis und die Nutzung von Cloud-Diensten. Zudem ist es für viele KI-Anbieter schwierig, abzuschätzen, ab wann solche Systeme als Medizinprodukte gelten und welche regulatorischen Anforderungen damit verbunden sind. Im Rahmen der Innovation-Sandbox für KI haben das Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich und das Center for Information Technology, Society, and Law (ITSL) der Universität Zürich gemeinsam mit einer Vielzahl von Fachleuten Empfehlungen für den sicheren Einsatz von KI-Technologien in der medizinischen Dokumentation entwickelt. Die Resultate sollen dabei helfen, den administrativen Aufwand im Gesundheitswesen zu reduzieren und gleichzeitig höchste Datenschutz- und Sicherheitsstandards zu berücksichtigen. Der Leitfaden richtet sich insbesondere an Anbieter von KI-Lösungen, kann aber auch Spitälern, Praxen und weiteren Gesundheitsdienstleistern wichtige Hinweise liefern.

 

Fallbeispiele aus der Innovation-Sandbox für Künstliche Intelligenz (KI)
Als Fallbeispiel innerhalb der Innovation-Sandbox für KI diente das Unternehmen MPAssist. Die Organisation hat im Sommer 2024 einen Projektvorschlag in die Sandbox eingereicht. MPAssist bietet KI-Lösungen für das medizinische Berichtswesen an. Die Inhalte des vorliegenden Reports wurden basierend auf diesem konkreten Fallbeispiel erarbeitet.

 

Mit fachlicher Unterstützung durch

Dr. André Baumgart
Leitung Qualitätsmanagement und Patientensicherheit, VZK

Dr. Nadine Bienefeld
Privatdozentin, ETH Zürich

Michèle Hess
Juristin für Digitalisierungsprojekte, Gesundheitsdirektion Kanton Zürich

Dr. Rolf Kaufmann
Senior Medical Device Expert

Raffaele Lugli
Leiter Ressort Prozessdigitalisierung & Innovation, Gesundheitsdirektion Kanton Zürich

Dr. med. Michael Neugebauer
Oberarzt & IT-Beauftragter, Universitäts-Kinderspital Zürich

Corinne Spirig
Chief Operating Officer, digital health center bülach (dhc)

Sebastian Svetel
Chief Information Security Officer, Universitäts-Kinderspital Zürich

Dr. med. Dr. phil. nat. Atanas Todorov
Chief Medical Officer, Arcondis

Peter Waldner
Leiter eHealth, Gesundheitsdirektion Kanton Zürich

 

Innovation-Sandbox für KI
Das Projektteam hat das vorliegende Dokument im Rahmen der Innovation-Sandbox für KI erarbeitet. Die Sandbox ist eine Testumgebung für die Umsetzung von KI-Projekten aus verschiedenen Sektoren. Die breit abgestützte Initiative aus Verwaltung, Wirtschaft und Forschung fördert verantwortungsvolle Innovation, indem das Projektteam und teilnehmende Organisationen eng an regulatorischen Fragestellungen arbeiten und die Nutzung von neuartigen Datenquellen ermöglichen. Die Inhalte dieses Reports sind nicht rechtsverbindlich und stellen keine offizielle Position öffentlicher Organe dar. Jegliche Haftung für rechtliche Aspekte wird ausgeschlossen.

 

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