Künstliche Intelligenz vergrössert digitale Kluft

Zürich – Die digitale Kluft in der Gesellschaft wird mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz deutlich grösser. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Umfrage der Universität Zürich. Besonders befürchtet werden Überwachung und Arbeitslosigkeit.

(CONNECT) Die Universität Zürich (UZH) hat eine repräsentative Umfrage zu Nutzen und Schaden des Einsatzes Künstlicher Intelligenz (KI) abgehalten. 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung und 49 Prozent der KI-Nutzenden befürchten „negative Auswirkungen auf die Menschheit“, heisst es in einer Mitteilung. Gesellschaftliche Spaltungen bezüglich der Digitalisierung verlaufen vor allem zwischen den Generationen. Dabei schätzen 91 Prozent der 20- bis 29-Jährigen in der Schweiz ihre Internetkompetenz als gut bis ausgezeichnet ein. Bei den über 70-Jährigen sind es nur 59 Prozent. Bei KI zeigt sich ein noch deutlicheres Bild: Fast die Hälfte der Jüngeren fühlt sich im Umgang damit wohl, bei den Älteren sind es nur 20 Prozent.

Am häufigsten (53 Prozent) wird nach der Umfrage KI in der Arbeit eingesetzt. 21 Prozent der Nutzenden befragen KI bei Karriere- oder Finanzentscheidungen. Bei politischen Entscheidungen orientieren sich 27 Prozent der Befragten im klassischen Internet, nur 7 Prozent bei KI-Informationen. Besonders befürchtet werden gesellschaftliche Folgen. Zwei Drittel der Bevölkerung befürchtet Überwachungen, ein Drittel Massenarbeitslosigkeit. Jede zweite Person fordert deutliche Regulierungen zu KI, beim Internet allgemein sind es nur 36 Prozent.

Trotz der Zweifel ist die Schweizer Bevölkerung mit durchschnittlich 5,7 Stunden täglich zunehmend im Netz. So werden 39 Prozent der Produkte online gekauft.

Die Umfrage World Internet Project Switzerland ist vom Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IKMZ) der Universität Zürich von Juni bis August 2025 bei 1078 Internetnutzerinnen und -nutzern ab 14 Jahren durchgeführt worden. ce/ww

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