Zürich/Cambridge – lowRISC CIC hat die Federführung des jetzt gestarteten Projekts COSMIC. Mit Unterstützung der britischen Regierung und der Innovationsförderung des Landes soll es das weltweit erste marktfähige Open-Source-Design einer CHERI-fähigen Secure Enclave der Anwendungsklasse mit 64 Bit entwickeln.
(CONNECT) lowRISC CIC, die in Cambridge beheimatete Muttergesellschaft der im Technopark Zürich ansässigen lowRISC GmbH, hat den Start des COSMIC-Projekts bekanntgegeben. Zusammen mit Capabilities Limited hat es sich zum Ziel gesetzt, das weltweit erste marktfähige Open-Source-Design einer CHERI-fähigen Secure Enclave der Anwendungsklasse mit 64 Bit zu entwickeln. Unterstützt wird das Projekt vom britischen Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Technologie sowie von InnovateUK, der Innovationsagentur des Landes. Die Projektleitung hat lowRISC inne. Das Projekt läuft bis März 2028. Seine erste Phase soll im März 2026 abgeschlossen sein.
Bei dem Projekt geht es darum, auf CHERI (Capability Hardware Enhanced Instructions)-Halbleitern isolierte Subsysteme einzurichten, die dafür ausgelegt sind, Codes auszuführen und Daten in einer hochsicheren Umgebung zu speichern. Sie schützen sensible Informationen wie Passwörter oder biometrische Daten auch dann, wenn das Hauptbetriebssystem oder andere Teile des System-on-Chip-Designs kompromittiert sind.
Solche sicheren Subsysteme heissen Secure Enclaves. Diese werden etwa in Mobiltelefonen, Internet-der Dinge (IoT)-Edge-Knoten und Rechenzentren eingesetzt. Für die Secure Enclave von COSMIC wurde das Open-Source-Design CVA6-CHERI von Capabilities Limited ausgewählt.
Die hochmoderne und junge CHERI-Technologie ist eine Reaktion auf eine Cybersicherheitslücke, die laut einer durch die britische Regierung zitierten Studie von Microsoft und Google zu 70 Prozent durch Speicherfehler verursacht wird. Diese Lücke wurde etwa beim WannaCry-Angriff im Jahr 2017 und beim CrowdStrike-Angriff von 2024 ausgenutzt, die jeweils Milliardenschäden verursachten. In der Folge flossen umgerechnet über 85 Millionen Franken der britischen Regierung und weitere rund 215 Millionen Franken aus der Privatwirtschaft in die Entwicklung von CHERI.
„Wir bei lowRISC glauben fest an unsere Zielsetzung, kommerzielle Open-Source-Siliziumchips zu realisieren, und an Sicherheit durch Offenheit, nicht durch Verbergen“, sagte Javier Orensanz Martinez, CEO von lowRISC. „Es ist fantastisch, dass dies nicht nur von kommerziellen Partnern wie Google und Rivos unterstützt wird, sondern auch durch Mittel der britischen Regierung.“ ce/mm
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