Neue Substanz könnte Alzheimer verlangsamen

Zürich – Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich arbeiten an einer neuen Substanz, die den Verlauf der Alzheimer-Krankheit verlangsamen könnte. Experimente an Mäusen mit der Substanz 10 zeigten auch ein Anti-Aging-Potential.

(CONNECT) Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben einen neuen Wirkstoff entwickelt, der den Verlauf der Alzheimer-Demenz verlangsamen könnte. Laut einer Mitteilung soll der Substanz 10 genannte Wirkstoff auch ein Anti-Aging-Potential aufweisen.

Bei seinen Untersuchungen konzentrierte sich das Team um Ursula Quitterer auf die Wirkung des Enzyms GRK2. Dieses Protein reguliert in Zellen Reaktionen auf Signale und Belastungen. Besonders im Bereich des Herzens und des Gehirns ist GRK2 aktiv. Untersuchungen an Hirngewebeproben von Patienten mit und ohne Demenzerkrankungen zeigten, dass bei den Demenzerkrankten häufiger eine inaktive Form des Enzyms zu finden war. Dieses neigte zu Verklumpungen und hinderte Mitochondrien daran, die für Zellen benötigte Energie zu liefern. Experimente an Mäusen zeigten zudem, dass das inaktive Enzym die Bildung von Beta-Amyloid fördert. Dabei handelt es sich um das Proteinfragment, das als Hauptauslöser der Alzheimer-Krankheit gilt.

Der Einsatz der Substanz 10 in Mäuseexperimenten zeigte wiederum, dass der Wirkstoff die Verklumpungen des Proteins auflösen kann. Das Team beobachtete sowohl eine verbesserte Tätigkeit der Mitochondrien als auch geringere Ablagerungen von Beta-Amyloid. Herzfunktion und Alterungsprozesse wurden mit dem Einsatz des Wirkstoffs positiv beeinflusst.

„Alzheimer ist eine sehr komplizierte Krankheit“, wird Ursula Quitterer in der Mitteilung zitiert. Da derzeitige Medikamente die Krankheit nicht heilen, „ist es so wichtig, dass wir nun mit GRK2 ein neues Zielprotein ausgemacht haben und einen Wirkstoff, der über GRK2 und somit über einen anderen Mechanismus wirkt als bisherige Alzheimer-Medikamente“, so Quitterer weiter. Die aktuelle Studie ist jüngst in der Fachzeitschrift „Cell Reports Medicine" veröffentlicht worden. ce/ww

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