Zürich – Müdigkeit und Übermüdung lässt sich mit einem Speicheltest nachwiesen. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Universität Zürich (UZH) nach einer Studie. Die Methode könnte künftig zur Sicherheit im Strassenverkehr und in sicherheitskritischen Berufen beitragen.
(CONNECT) Forschende des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität Zürich (UZH) haben in einer Studie nachgewiesen, dass Speichelanalysen Aussagen zu Müdigkeit und Übermüdung treffen lassen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, konnte das Team um Thomas Krämer, Professor für Forensische Pharmakologie und Toxikologie, zehn Biomarker identifizieren, die hierzu Informationen liefern.
Müdigkeit ist längst ein gesellschaftliches Problem geworden. Untersuchungen zufolge leidet ein Drittel der Schweizer Bevölkerung unter Schlafmangel. Die Forschenden der UZH wollten in ihrer Studie nun einen Zusammenhang zwischen Stoffwechsel und Schlafmangel untersuchen. Dafür untersuchten sie 20 gesunde junge Männer, die gewöhnlich über einen Schlaf von sieben bis neun Stunden je Nacht verfügten. Die Probanden wurden unterschiedlichen Szenarien mit Schlafentzug unterworfen. Parallel dazu wurde eine regelgerechte Normnacht untersucht. Das Team untersuchte entnommene Speichelproben mit einer hochauflösenden Massenspektroskopie. Mithilfe maschinellen Lernens wurde nach molekularen Mustern gesucht.
„Wir haben festgestellt, dass starke Übermüdung rund zehn Prozent aller Biomoleküle im Speichel beeinflusst“, wird Michael Scholz, Erstautor der Studie, in der Mitteilung zitiert. „Die Herausforderung bestand darin, aus zehntausenden Molekülen genau diejenigen herauszufiltern, die Übermüdung zuverlässig anzeigen. Mit Hilfe modernster Technologie ist es uns gelungen, zehn Biomarker zu identifizieren, die genau diese Aufgabe erfüllen.“
In einer anschliessenden Feldstudie sollen die zehn patentierten Biomarker unter realitätsnahen Bedingungen getestet und ein Schnelltest entwickelt werden. Der könnte zu mehr Sicherheit im Strassenverkehr und an relevanten Arbeitsplätzen führen. Die Studie ist in der jüngsten Ausgabe von ACS Publications publiziert. ce/ww
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